Der disruptive Wandel wird auch weiterhin auf lange Sicht Chancen bieten

Das Jahr begann mit Turbulenzen an den Aktienmärkten weltweit. Diese risikoscheue Phase war vor allem geopolitischen Entwicklungen geschuldet – vom Krieg in der Ukraine und Befürchtungen, dass dadurch bereits vorhandene Probleme in den Lieferketten zunehmen könnten, über weitere Covid-Lockdowns in China, die Angebot wie Nachfrage behindern, bis hin zur Aussicht auf steigende Zinsen als Reaktion der Zentralbanken auf die höhere Inflation.

Angesichts der Marktturbulenzen nehmen viele Anleger verständlicherweise eine defensivere Haltung ein und rücken von wachstumsorientierten Aktien ab. Letztere hatten sich lange positiv entwickelt, ein gewisser Rückgang war also überfällig.

Aber sollten Anleger ihre Portfolios deswegen komplett von wachstumsorientierten Strategien abkoppeln? Im Zeitalter der Transformation verändert sich die Welt rasant und passt sich an neue Anforderungen an – ob es nun um die alternde Bevölkerung, die Bekämpfung des Klimawandels oder die sukzessive Erholung von der Pandemie geht.

Diese und weitere Themen bieten ein gutes Umfeld für Digitalisierung und technologische Innovation. Könnte es sich also für Investoren auf lange Sicht als teuer erweisen, völlig vom Risiko abzurücken?

Langfristig denken
Dass sich Wachstumsaktien, aber auch der breitere Aktienmarkt insgesamt, in letzter Zeit unterdurchschnittlich entwickelt haben, ist offensichtlich. Die Risikofaktoren haben in diesem Jahr erheblich angezogen. Hinzu kommt, dass Wachstumsunternehmen tendenziell inflationsanfälliger sind, da ihre Bewertungen häufig auf einem zukünftigen Wachstum beruhen, das durch höhere Preise negativ beeinflusst wird.

Außerdem liegen in einigen wachstumsorientierten Sektoren die Bewertungen über dem historischen Durchschnitt. Dies trifft insbesondere auf Unternehmen zu, die im Bereich disruptiver Technologien tätig sind. Dieser Bonus lässt sich damit begründen, dass diese Firmen verglichen mit dem breiten Markt in der Lage sind, höhere Renditen zu erwirtschaften, und hervorragende Wachstumsaussichten bieten.

Bei Marktumschwüngen gibt es immer Gewinner und Verlierer. Als die Dotcom-Blase zu Beginn dieses Jahrhunderts platzte, konnten sich zwar einige Firmen nicht am Markt halten, aber andere erholten sich und gehören heute zu den Unternehmen mit den höchsten Bewertungen weltweit. Der Trend zu innovativen Technologien wie Cloud Computing, Automatisierung, Internet der Dinge und Künstlicher Intelligenz ist nach wie vor stark. Daher dürfte die aktuelle makroökonomisch bedingte Umschichtung weg von wachstumsorientierten Anlagen eher kurzlebig sein.

Dennoch ist es wichtig, sich klarzumachen, dass nicht mehr alle Unternehmen vom Wachstum profitieren werden und dass die Auswahl eine immer größere Rolle spielt.

Wandel schafft auf Dauer Wert
In den letzten 30 Jahren ist Innovation allerorten. Dinge, die wir einst für unmöglich hielten, sind heute Teil unseres Alltags. Dieser tiefgreifende Wandel hat der Gesellschaft und der Weltwirtschaft ein völlig neues Gesicht gegeben. Ob Haushaltsgeräte, das Gesundheitswesen oder die industrielle Produktion – die technologische Revolution hat keinen Bereich unseres Lebens unberührt gelassen.

Und diese disruptive Entwicklung ist noch keineswegs an ihrem Ende angelangt, sondern beginnt gerade erst. Die Pandemie ist ein gutes Beispiel dafür, wie ein Ereignis als Katalysator wirken und einen Wandel in Schwung bringen kann, der sonst wohl Jahre gedauert hätte. Ein Motor der Veränderung könnte auch der Trend zu einer nachhaltigeren und gerechteren Welt sein, der radikale Veränderungen in unseren Volkswirtschaften, Unternehmen und im Alltag mit sich bringen dürfte.

Wie beim Wandel im Umfeld der Pandemie, so dürften auch bei den Veränderungen hin zu mehr Nachhaltigkeit technologische Innovationen eine Schlüsselrolle spielen. So könnten die Unternehmen, die hier Lösungen entwickeln, morgen zu den Global Playern zählen, auch wenn sie heute noch niemand kennt.

Themen der Zukunft
Die Gewinner von morgen heute schon zu identifizieren ist die Königsdisziplin beim Investieren – und disruptive Technologien dürften hier ganz vorne mitmischen. Laut der jüngsten Liste der hundert Unternehmen in Europa mit dem stärksten Wachstum sind 21 Prozent davon im Technologiesektor beheimatet. Aber auch Unternehmen aus anderen Branchen erfasst der digitale Wandel. Hier wird deutlich, dass der Einfluss der Technologie die gesamte Wirtschaft durchdringt.1

21% der am schnellsten wachsenden unternehmen in Europa sind aus dem tech-sektor

Inmitten turbulenter Aktienmärkte, steigender Inflation und verlangsamtem Wachstums wird es weiterhin Bereiche geben, die wachsen und erfolgreich sind – dies hauptsächlich dank Disruption und Innovation, die es braucht, um die aktuellen globalen wirtschaftlichen Herausforderungen zu meistern.

  • 5G: Wie jede Etappe der Digitalisierung, so wird auch die 5G-Technologie unser Leben und unsere Wirtschaft verändern. Der Zuwachs an Geschwindigkeit und Kapazitäten durch 5G dürfte den Markt für smarte Vernetzung fördern und eine breitere Nutzung von Big Data und Künstlicher Intelligenz sowie autonomes Fahren ermöglichen.
  • Internet der Dinge (IoT): Die wachsende Vernetzung alltäglicher Objekte über das Internet wird auch künftig transformatives Potenzial entfalten. Das Internet der Dinge macht es möglich, dass intelligente Haushaltsgegenstände Mainstream werden, aber auch dass eine Reihe von nachhaltigen Initiativen sich realisieren lassen – so etwa eine effizientere Energie- und Wassernutzung oder weniger Luftverschmutzung durch bessere Verkehrskontrolle.
  • Cloud computing: Der Zugriff auf IT-Dienste über das Internet hat in Pandemiezeiten eindeutig von der Notwendigkeit des Homeoffice profitiert. Es ist zu erwarten, dass das Cloud Computing seinen Wachstumskurs fortsetzen wird, etwa mit Massenbenachrichtigungssystemen (MNS), die im Notfall viele Menschen warnen können, oder durch die Bereitstellung von Online-Diensten etwa in der Telemedizin. Dass Cloud Computing Unternehmen helfen kann, ihre Kosten zu senken und ihre Effizienz zu steigern, könnte zudem ein wichtiges Instrument sein, um den aktuellen Anstieg der Inflation zu entschärfen.
  • Fintech: Blockchain ist heute wahrscheinlich der Bereich innovativer Finanztechnologie, der sich am schnellsten weiterentwickelt. Aber auch im Zahlungsverkehr und in der Betrugsbekämpfung macht sich der technologische Fortschritt bemerkbar. Kryptowährungen, dezentrale Finanzsysteme (DeFi) und nicht fungible Tokens (NFT) gehören zu den dynamischen, innovativen Plattformen, die die Dominanz traditioneller Institutionen wie regulierter Börsen oder beaufsichtigter Banken und Vermittler sukzessive untergraben dürften.
  • Künstliche Intelligenz: KI ist eine grundlegende Technologie, die in einer Vielzahl von Sektoren zur Anwendung kommt, so im Bereich Robotik, beim sichereren Fahren sowie in automatisierten Softwarefunktionen.
  • Halbleiter: Es gibt zwar Befürchtungen, dass ein rezessives Umfeld die Nachfrage nach Halbleitern beeinträchtigen könnte. Daneben hält sich aber auch die Meinung, dass wir gerade einen Halbleiter-Superzyklus erleben. Da die Digitalisierung der Industrie immer mehr Bereiche erfasst, hat sich der Kreis der Abnehmer stark diversifiziert. So dürfte die Nachfrage aus der Automobilbranche von 2021 bis 2026 um 56 Prozent steigen, da die Hersteller mehr Elektrofahrzeuge und Autos mit fortschrittlichen Fahrerassistenzsystemen bauen2.
Der technologische Fortschritt kann die Volatilität überwinden
Aktienanlegern weht der Wind derzeit ins Gesicht. Und die anhaltende Marktvolatilität wird auch weiterhin für Unsicherheit sorgen. Doch angesichts der Kursverluste, die die Märkte in diesem Jahr bereits hinnehmen mussten, gewinnen die Bewertungen für Investoren mit einem langfristigen Anlagehorizont an Attraktivität. Wenn sich die erste Aufregung gelegt hat, dürften es disruptive technologische Innovationen sein, die nachhaltig an Einfluss gewinnen, indem sie traditionelle Wirtschaftsbereiche verändern und Vermögenswerte in der realen Welt schaffen.

Die Unternehmen zu identifizieren, die diese Innovationen vorantreiben, wird keine leichte Aufgabe sein. Daher ist es zentral, vorausschauend und analytisch vorzugehen. Unser Team für Anlagen in disruptive Technologien bei BNP Paribas Asset Management zielt darauf, diejenigen Unternehmen zu finden, die einen echten Beitrag zu dem grundlegenden gesellschaftlichen Wandel leisten.

Das Team ist in der Lage, ganz vorne dabei zu sein. Denn unser Fokus liegt auf den oben genannten Themen, die unserer Überzeugung nach Motoren des Wandels sind. Neben der Anlage in Unternehmen, die innovative Technologien und Geschäftsmodelle ermöglichen und nutzen, sucht unser Team auch Firmen mit nachhaltigem Ansatz, um unseren Anforderungen in den Bereichen Umwelt, Soziales und Governance (ESG) gerecht zu werden.

In einer Welt im Wandel helfen wir unseren Investoren, in einem von Unsicherheit geprägten Umfeld Chancen zu finden.

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