Neue Lebensweisen gegen den Klimawandel?

COVID-19 drängt zurzeit alle andere Themen in den Hintergrund, trotzdem sollte man nicht vergessen, dass der Klimawandel fortschreitet. Sollten wir unsere Hoffnung in die neuen, umweltfreundlicheren Lebensweisen setzen, zu denen wir durch den Lockdown gezwungen sind? Welche Rolle können Anleger im Kampf um die Rettung unseres Planeten spielen, der nach dem Virus ansteht?
Anfang 2020 stand der Klimawandel endlich für viele Regierungen ganz oben auf der Tagesordnung. Jedoch haben sich durch die jüngsten Ereignisse die Prioritäten verständlicherweise verschoben. Während die nahe Zukunft ungewiss ist, bleiben die langfristigen Herausforderungen des Klimawandels unverändert. Sie erfordern sofortiges Handeln und eine erhebliche Veränderung unserer Lebens-, Arbeits- und Produktionsweisen in den kommenden Jahren und Jahrzehnten.
WAS BLEIBT?
Viele Sektoren wurden von den Auswirkungen der Pandemie erheblich getroffen. Allen voran die Flugindustrie, die über Jahre ständig wuchs und aufgrund von Corona nun ziemlich zu kämpfen hat. Was ist zukünftig zu erwarten? Die Fluggesellschaften werden weniger Umsatz machen; aber wie können sie dann in umweltfreundlichere Maschinen investieren? Werden Urlaubs- und Geschäftsreisen in gewohntem Umfang wieder stattfinden?
Die Nutzung virtueller Kommunikation im Privat- und Berufsleben wurde uns praktisch aufgezwungen. Nachdem wir aber feststellen konnten, dass sich vieles per Internet erledigen lässt und wir uns gleichzeitig über weniger Abgase in der Luft freuen, kann man überlegen, die Verkehrssysteme anzupassen.
COVID ALLEINE WIRD DIE WELT NICHT VERÄNDERN – WERDEN WIR?
Der Ausbruch des Virus hat unsere Umweltbilanz zwar zum Teil verbessert, aber wir verbrauchen im täglichen Leben nach wie vor Energie – und sie wird immer noch auf dieselbe Weise mit derselben Technologie erzeugt. In der Lebensmittelproduktion werden weiterhin die gleichen Verpackungs- und Herstellungsprozesse eingesetzt, und der Verkehrssektor hängt stark von fossilen Brennstoffen ab. Die Rodungen der Regenwälder schreiten fort, genau wie der Anstieg der Meerestemperaturen. Der vorübergehende Lockdown hat die globale Erwärmung vielleicht verlangsamt, aber um umweltfreundlicher zu werden, haben die meisten Branchen noch einen langen Weg vor sich. In dieser Phase des Übergangs sind hohe Investitionen erforderlich, die für Anleger wiederum interessant sein können.
UNTER DEM STRICH
Abgesehen von der Veränderung unserer Gewohnheiten hat der Ausbruch des Virus auch erhebliche wirtschaftliche Folgen, die weitaus länger als die aktuelle Notlage zu spüren sein werden. Die Regierungen und Zentralbanken haben hohe Kredite aufgenommen, um das Gesundheitssystem mit allen Mitteln zu unterstützen und bereits schwankende Volkswirtschaften zu retten. In den folgenden Jahren wird die Erholung im Mittelpunkt stehen, und viele Wirtschaftsakteure werden sogar ums Überleben kämpfen.
Stark verschuldete Regierungen werden unter dem Druck stehen, ihren Haushalt zu konsolidieren und klare Prioritäten bei staatlichen Hilfen zu setzen. Die Mittel zur Bekämpfung des Klimawandels, Impact-Investing-Portfolios und die Einhaltung bzw. Einführung der ESG-Kriterien (Umwelt, Soziales und Governance) müssen sich hintenanstellen.
INVESTIEREN IN EINE BESSERE WELT
Eines können wir aus der COVID-19-Krise lernen: (Grenzüberschreitende) Zusammenarbeit kann effektiv sein und sollte gefördert werden, um globale Probleme zu bekämpfen.
Die Investitionen zur Bekämpfung des Klimawandels werden für den Zeitraum zwischen heute und 2050 auf 1,6 Billionen USD bis 3,8 Billionen USD pro Jahr geschätzt¹ – allein im Bereich der Energieversorgung. Die Regierungen müssen ihre gemeinsame Verantwortung erkennen. Konflikte über die Verteilung der Ausgaben für den Klimawandel sind vorprogrammiert.
Die Politik wird Investitionen in Infrastrukturprojekte fördern und Zusagen und Zeitpläne für den Übergang einhalten müssen. Anleger haben jedoch auch die Chance, zu einem positiven Wandel beizutragen und gleichzeitig Renditen zu erzielen. Private Anlagen und die gesamte Investmentbranche können eine Führungsrolle bei der Sicherstellung der benötigten Finanzierung und des Cashflows von Umweltschutzprojekten einnehmen.
ZUSAMMENFASSUNG
Der Klimawandel wird uns weiterhin begleiten. Durch die jüngsten Ereignisse wurde er vielleicht in den Hintergrund gedrängt, aber die zuletzt positive Entwicklung bei der Bewältigung des Problems sollten nicht nachlassen, denn unser Planet kann sich keine Verzögerung leisten. Unsere Erfahrungen mit dem Lockdown zeigen, dass sich umweltfreundlichere Verhaltensänderungen weltweit durchsetzen könnten.
Wir bei BNP Paribas Asset Management betrachten Investments aus allen Blickwinkeln. Während viele Sektoren sich bereits umweltfreundlicher ausrichten, kommt es in den kommenden Monaten und Jahren darauf an, zu wissen, wer den Wandel vorantreibt. Dies erfordert ständiges Research und kontinuierlichen Dialog sowie Unvoreingenommenheit. Da es von Green Bonds bis hin zu privaten Kreditmöglichkeiten immer mehr Anlagevehikel gibt, die Zugang zu Unternehmen an der Spitze des Klimawandels haben, kann jeder seinen Beitrag leisten und in unsere Zukunft investieren.

THEMEN UND ANLAGESTRATEGIEN

Erfahren Sie mehr über unsere Investmentthemen und Anlagestrategien.
Copy link
Powered by Social Snap