Strom für alle – eine Chance für Investoren?

Kein Sektor ist so wichtig für die Weltwirtschaft wie Energie. Aber wem gehört die Zukunft? Sind es die fossilen Brennstoffe oder die Erneuerbaren? Können die etablierten Öl- und Gasriesen ihre Spitzenposition verteidigen oder werden sie von neuen Wettbewerbern gestürzt? Wir haben die Machtverhältnisse untersucht.
Die drängende Notwendigkeit, die Treibhausgasemissionen zu verringern, wird die Energiebranche völlig verändern. Der Klimawandel ist zurzeit das Top-Thema. Der Energiemarkt steht vor seinem größten Umbruch aller Zeiten.
Dennoch scheint der Energiesektor auf den ersten Blick einer der stabilsten weltweit zu sein. Die Superstar-Unternehmen von vor 50 Jahren stehen heute noch an der Spitze. Die meisten Menschen kennen die Namen der größten Energiekonzerne wie Exxon, Shell, Total, Chevron und BP seit Jahrzehnten.
Wirklich überraschend ist das aber nicht. Trotz der vielen Negativschlagzeilen regieren sie die Welt. Die Nachfrage nach Öl, Gas und Kohle steigt, vor allem in den Schwellenländern, die für ihr Wachstum immer viel Energie benötigen. Zudem wollen wir immer mehr Maschinen, Geräte und Technik – und um sie zu betreiben, benötigen wir mehr Strom. Wir wissen genau, dass CO2 negative Auswirkungen hat, halten aber dennoch an unseren Gewohnheiten fest.
Es wird immer schwieriger und teurer, die kostbaren fossilen Brennstoffe zu finden und zu fördern. Ausschließlich die etablierten Superstars verfügen über die Größe, die erforderlichen Ressourcen und das Kapital, um die Explorationen zu finanzieren. Tatsächlich gibt es angesichts der Endlichkeit des Öl- und Gasvorkommens auf der Erde nur wenig Anreiz für aufstrebende Unternehmen, sich am Spiel zu beteiligen und gegen die Superstars anzutreten. Ein genauerer Blick auf den Markt zeigt aber, dass sich die Lage verändert und die etablierten Konzerne vor großen Herausforderungen stehen. Können sie sich anpassen und an der Macht bleiben?
Die Energielandschaft verändert sich
Unter der Oberfläche des Energiemarkts brodelt es. Da Klimawandel und Umweltschutz weltweit ganz oben auf der Agenda stehen, müssen wir immer dringender nachhaltigere Formen der Energiegewinnung finden. Bei der Energiegewinnung sollten wir fortan unseren Fokus auf Windräder, Solaranlagen und Biomasse legen und nicht mehr auf Ölfelder, Ölsand oder Ölplattformen. Die bislang globale Energieproduktion wird lokaler, was einen Wechsel hin zu Erneuerbaren unterstützt.
Unsere Analysen zeigen schnelle Veränderungen der Bewertungen an den Finanzmärkten, die auf den Trendwechsel im Energiesektor reagieren, ausgelöst durch die Energiewende. Etablierte Akteure dürften sehr wohl den Druck der alternativen Energieanbieter spüren, sobald sie die neue Nachfrage voll decken können.
Jedoch bedeutet das natürlich nicht das Ende der Öl- und Gasriesen. Sie alle bereiten sich auf die Zukunft vor und investieren stark in Erneuerbare – in Sonnen-, Wind- und Bioenergie oder Brennstoffzellen. Erstmals seit Jahrzehnten haben jetzt auch Wettbewerber die Chance, aufzusteigen. Die kleineren, agileren und innovativen Firmen sitzen den CO2-Superstars im Nacken. Der heutige Energiesektor hat einiges mit dem Technologiesektor vor 40 Jahren gemein. Wer wird für Exxon das werden, was Apple für IBM war? Der Energiesektor hat auch enormen Einfluss auf das verarbeitende Gewerbe und den Transport – zwei Sektoren, deren Erfolg stark vom veränderten Energieangebot und neuen Technologien abhängt.
Die Konkurrenz schläft nicht
Berkshire Hathaway, Siemens Gamesa oder Cypress Creek – Unternehmen, die kaum jemand kennt, die in ihrer Branche aber einen guten Ruf genießen. Sie sind in den letzten Jahren enorm gewachsen. Haben diese Unternehmen das Potenzial, im Bereich der erneuerbaren Energien vielleicht ein Superstar zu werden?
Gleich hinter ihnen stehen in der zweiten Reihe Unternehmen aus der ganzen Welt, die heutzutage als Nischenanbieter und Versuchsküchen gelten, aber schon morgen zum Mainstream zählen können. Aber wer weiß, ob die Gewinner nur aus dem Energiesektor stammen werden? Firmen wie Tesla investieren viel Geld in Batterietechnologien, die womöglich viel mehr können, als Autos anzutreiben.
Zugleich sollten wir aber nicht die umweltbewussten Millennials vergessen, die aktiv den gesellschaftlichen Wandel hin zu grüneren Prozessen und Angeboten betreiben. Sie können einen maßgeblichen Einfluss darauf haben, wie schnell und umfassend sich der Sektor verändert und wer die Energie-Superstars von morgen sind.
Wissen ist Macht
In den letzten 50 Jahren hat sich in der Riege der Superstars nicht viel verändert, jedoch muss das nicht so bleiben. Angesichts der drängenden Suche nach grüneren Energielösungen für unseren Planeten, könnte sich der Energiesektor von allen am stärksten verändern. Nie zuvor waren Innovationen so wichtig und geschätzt wie heute. Die Zukunft wird Unternehmen gehören, die auf Veränderung setzen.
BNP Paribas Asset Management beobachtet den Energiemarkt sehr genau, um die Zukunft der etablierten Superstars und ihrer Herausforderer einzuschätzen. Wir wollen einen substanziellen Beitrag zur Energiewende leisten. Deshalb richten wir unsere Portfolios bis 2025 an den Zielen des Pariser Klimaabkommens (die Begrenzung des weltweiten Temperaturanstiegs auf 2 Grad Celsius) aus.
Mit einem researchbasierten Ansatz wollen wir die nächste Generation der Superstar-Unternehmen im Energiesektor identifizieren. Es handelt sich hierbei um Firmen, die unseren Kunden nachhaltige Ertragschancen bieten.
Früher haben wir uns vor allem auf Unternehmen und Technologien konzentriert, die ihren Fokus auf Wind- und Solarenergie legen. Sie sind heute führend, aber der Sektor kann sich schnell verändern. Vielleicht sind es gar nicht sie, die den Energiesektor in der nächsten Generation und darüber hinaus vorantreiben werden. Unser Team wirft einen Blick hinter die Schlagzeilen, um Erfolgsaussichten zu identifizieren.
Die oben genannten Unternehmen dienen nur zur Illustration. Sie sind keine Aufforderung zum Kauf ihrer Wertpapiere und weder Anlageberatung noch -empfehlung.
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